Gefahren für die Zahngesundheit

ÜBERSICHT

Auch wenn es kaum zu glauben ist – Ihr körperlicher Zustand im Allgemeinen (und Ihre Lebensgewohnheiten) kann auch Ihre Zahngesundheit beeinflussen. Zum Beispiel: Neuere Studien zeigen einen möglichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates). 

Und haben Sie gewusst, dass das Rauchen eine Zahnfleischerkrankung deutlich verschlimmern kann? Studien haben gezeigt, dass Raucher mit drei- bis sechsmal größerer Wahrscheinlichkeit an einer Parodontitis leiden als Nichtraucher. Außerdem leiden Raucher – auch ehemalige starke Raucher - fünfmal so oft unter einem schweren Knochenabbau als Nichtraucher.

Nicht nur. dass Rauchen potenziell die Gefahr für eine Zahnfleischerkrankung erhöht – deren Behandlung kann dadurch auch wesentlich erschwert werden. Außerdem führt die Behandlung mit geringerer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg. Das liegt daran, dass das Rauchen die Heilung im Mund behindert.

Manchmal können Dinge, die wir für „cool“ erachten, auch ein gesundheitliches Risiko darstellen – z. B. Mundpiercings, die zu Infektionen im Mund, aber auch zu abgebrochenen oder abgesplitterten Zähnen beitragen können. Mundpiercings können zudem Zahnfleischrückgang verursachen.

Es mag offensichtlich scheinen, aber Zucker ist eine besonders große Gefahr für die Zahngesundheit. Zucker in Nahrungsmitteln liefert Nährstoffe für Bakterien im Zahnbelag, die daraus Säuren produzieren. Die Säure entzieht dem Zahnschmelz Mineralien, was langfristig zur Entstehung von Karies führen kann. Wird die Karies nicht behandelt, kann sie tief in den Zahn vordringen und zu Schmerzen und in besonders schweren Fällen sogar zum Zahnverlust führen.

VERSTEHEN

Viele Ärzte halten Übergewicht für eine chronische Erkrankung. Es ist weithin bekannt, dass Übergewicht in Deutschland auf dem Vormarsch ist und immer mehr jüngere Menschen aufgrund falscher Ernährung und schlechter Ernährungsgewohnheiten stark übergewichtig werden. Die Forschung hat gezeigt, dass Übergewicht das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Arthritis, kardiovaskuläre Erkrankungen, Atemprobleme sowie Gebärmutter-, Brust-, Prostata- und Darmkrebs erhöht. Außerdem kann Übergewicht das Risiko für Zahnfleischerkrankungen erhöhen. Möglicherweise reguliert eine Insulinresistenz den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Zahnfleischerkrankungen.

 

Die größte gesundheitliche Gefahr, die von Tabak ausgeht, ist wahrscheinlich der Zusammenhang mit Mundhöhlenkrebs. Die KZBV gibt an:

  • Etwa 90 Prozent aller Patienten mit Mundhöhlenkrebs und manchen Kehlkopfkarzinomen haben Tabak konsumiert. Das Risiko für diese Krebsarten steigt an, je mehr oder länger man raucht oder Tabak kaut.
  • Raucher entwickeln solche Krebsarten mit sechsmal größerer Wahrscheinlichkeit.
  • Etwa 27 Prozent der Patienten, die auch nach der Krebstherapie noch rauchen, entwickeln ein zweites Mal Krebs im Mund, im Rachen oder Kehlkopf. Hingegen kommen solche sekundären Karzinome nur bei 6 Prozent der Patienten vor, die mit dem Rauchen aufhören.
  • Tabakrauch von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen kann überall im  Mund oder in einem Teil des Rachens direkt hinter der Mundhöhle Krebs verursachen. Außerdem kann er Krebs im Kehlkopf, der Lunge, der Speiseröhre, in den Nieren, der Blase und in einigen weiteren Organen verursachen. Pfeifenrauch kann zudem Krebs im Bereich der Lippen verursachen, der mit dem Pfeifenstiel in Berührung kommt.
  • Rauchloser Tabak ist mit Krebs an den Wangen, am Zahnfleisch und an den Innenflächen der Lippen assoziiert worden. Rauchloser Tabak erhöht das Risiko für diese Krebsarten um fast 50 Prozent.

PLANUNG

Mit dem Rauchen aufzuhören und abzunehmen, sind wichtige Schritte hin zu einer besseren Mundgesundheit.

Übergewicht erhöht neben anderen Problemen das Risiko für Zahnfleischerkrankungen. Mit einer Trainingsroutine oder einem Trainingspartner kann Sport mehr Spaß machen, und Sie erreichen Ihre Ziele leichter.

 

Mit dem Rauchen aufzuhören, ist zwar nicht einfach, aber durchaus möglich. Nehmen Sie eine Kursänderung vor zum Erfolg hin und stellen Sie einen Plan auf:

  • Lassen Sie vom Zahnarzt eine Zahnreinigung durchführen. Ein sauberes Gefühl im Mund tut gut und kann den Anstoß zu einem gesünderen Lebensstil geben.
  • Beseitigen Sie sämtliche Auslöser wie Zigaretten, Feuerzeuge und Aschenbecher.
  • Nutzen Sie Substitute, mit denen Sie den Drang zu rauchen unterdrücken können. Kaufen Sie zuckerfreien Kaugummi, essen Sie gesunde Snacks und trinken Sie viel Wasser. Dies kann bei Verlangen helfen.  
  • Machen Sie eine Liste aller Faktoren, die das Verlangen nach einer Zigarette auslösen, und finden Sie dann einen Weg, damit umzugehen. Mit einem Plan können Sie stark bleiben, wenn Sie Verlangen nach einer Zigarette haben.
  • Wenn Sie das Gefühl haben, rauchen zu müssen, putzen Sie sich stattdessen die Zähne.

 

Eine Möglichkeit, Zahnschäden durch Zucker zu vermeiden, ist weniger Zuckerhaltiges zu essen. Wenn Sie sich etwas gönnen möchten, tun Sie dies zu den Mahlzeiten, statt den ganzen Tag lang Kleinigkeiten zu essen. Außerdem ist eine angemessene Mundhygiene wichtig. Regelmäßiges Zähneputzen und ein Besuch beim Zahnarzt alle sechs Monate sind eine gute Strategie für gesunde Zähne.