Zahnversiegelung

Was ist eine Zahnversiegelung?

Eine Zahnversiegelung ist eine Beschichtung aus Kunststoff, die normalerweise auf die Kaufläche (Okklusionsfläche) der bleibenden Backenzähne – der Molaren und Prämolaren – aufgebracht wird, um sie vor Karies zu schützen.

Warum werden Zähne versiegelt?

Die Kauflächen der Molaren und Prämolaren weisen Grübchen, Furchen und Fissuren auf, die sie besonders anfällig für Karies machen. Diese Fissuren können tief und schwer zu reinigen sein – und sogar enger als eine einzelne Borste der Zahnbürste. In diesen Bereichen sammelt sich Zahnbelag an, und die Säure der Bakterien im Zahnbelag greift den Zahnschmelz an und verursacht Karies. Fluorid beugt Karies vor und schützt alle Zahnoberflächen. Eine Zahnversiegelung bietet in den von Fissuren und Grübchen geprägten Bereichen zusätzlichen Schutz und sorgt an diesen Stellen für eine glatte Oberfläche.

Wann wird eine Zahnversiegelung vorgenommen?

Die erste Zahnversiegelung erfolgt in der Regel auf dem ersten bleibenden Backenzahn, sobald dessen Kaufläche ganz durch das Zahnfleisch durchgebrochen ist. Dieser Zahn wächst hinter den Milchzähnen. Indem die Kauflächen (Okklusionsflächen) dieser Zähne versiegelt werden, sind die Zähne besser geschützt. Mit Ausnahme der Weisheitszähne, die erst viel später durchbrechen, wachsen die Molaren und Prämolaren bis zum 11. oder 13. Lebensjahr. Die Kauflächen dieser Zähne können versiegelt werden, sobald sie das Zahnfleisch ganz durchbrochen haben.

 


Werden Versiegelungen nur auf die Kauflächen der bleibenden Molaren und Prämolaren aufgebracht?

Normalerweise werden die Kauflächen dieser Zähne versiegelt, weil diese typischerweise tiefe Fissuren aufweisen. Manchmal werden auch andere bleibende Zähne versiegelt, wenn sie Grübchen oder Fissuren aufweisen, um auch hier die Oberflächen besser zu schützen. Bei manchen Kindern weisen auch die Molaren des Milchgebisses (der Milchzähne) Fissuren auf, die versiegelt werden können – in diesem Fall kann Ihr Zahnarzt oder Dentalhygieniker eine Versiegelung der Kauflächen dieser Milchzähne empfehlen.

Können auch die Zähne von Erwachsenen versiegelt werden?

Ja – dies ist zwar eher selten, aber manchmal werden auch die Zähne von Erwachsenen versiegelt, wenn aufgrund von tiefen Fissuren ein erhöhtes Kariesrisiko besteht - sofern diese Zähne nicht bereits Füllungen aufweisen oder versiegelt sind.

Wie sieht eine Zahnversiegelung aus?

Je nach verwendetem Material kann die Versiegelung transparent oder weiß sein oder eine leichte Färbung aufweisen.

Wie läuft eine Zahnversiegelung ab?

Zunächst wird die Zahnoberfläche mit Zahnpasta und einer rotierenden Zahnbürste von Ihrem Zahnarzt oder Dentalhygieniker gründlich gereinigt. Als nächstes wird der Zahn mit Wasser gespült und getrocknet. Anschließend wird eine säurehaltige Lösung auf die Fissuren in der Kaufläche aufgetragen, die einige Sekunden lang einwirken muss, bevor sie wieder abgespült wird. Dadurch entstehen mikroskopisch kleine Bereiche, deren Oberfläche rauer ist als der umgebende Zahnschmelz. Dies ist unter dem Mikroskop erkennbar. Die Zahnversiegelung kann dank der mikroskopischen Bereiche und der rauen Oberfläche am Zahn anhaften. Sobald der Zahn wieder trocken ist, wird die Zahnversiegelung flüssig auf den Zahn aufgetragen und gehärtet. Die Zahnversiegelung wird mit einem speziellen Licht gehärtet. Manchmal wird auch eine aus zwei Komponenten bestehende Versiegelung verwendet, die ohne Licht aushärtet. Sobald die Zahnversiegelung hart geworden ist, wird sie zu einer harten Kunststofflackbeschichtung, und Sie können wieder mit dem Zahn kauen.

Wie lange hält die Versiegelung?

Zahnversiegelungen werden seit den 1970er-Jahren erfolgreich eingesetzt. Etliche Studien haben gezeigt, dass sie Karies auf den Kauflächen (Okklusionsflächen) wirksam verhindern. Eine Zahnversiegelung kann viele Jahre halten. Bei Bedarf wird sie durch eine neue Versiegelung ersetzt.

Muss ich auch dann noch Fluorid verwenden, wenn meine Zähne versiegelt sind?

Ja. Eine Zahnversiegelung schützt lediglich die Oberfläche, auf die sie aufgetragen wird. Fluorid trägt zum Kariesschutz aller Zahnoberflächen bei.

 

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Wie ein Verfahren zur VERSIEGELUNG abläuft

Das Aufbringen einer Versiegelung ist in der Regel schmerzlos und erfordert kein Bohren oder betäubende Maßnahmen.

  1. Zahnpräparation Zunächst wird die Oberfläche des Zahnes gründlich gesäubert, um Zahnbelag und Essensreste aus den Grübchen und Fissuren zu entfernen. Danach wird der Zahn isoliert,  getrocknet und mit einem Ätzmittel vorbehandelt. Nach kurzer Einwirkzeit wird das Säuregel gründlich abgespült und der Zahn erneut trockengelegt.
  2. Die Versiegelung –Das Versiegelungsmaterial wird mit einem Pinsel auf den Zahn aufgetragen und mithilfe eines speziellen Lichts  für etwa 30 Sekunden ausgehärtet. 
  3. Evaluierung – Zuletzt überprüft der Zahnarzt den Biss, gegebenenfalls gleicht er Störkontakte oder kleine Unebenheiten durch eine Politur aus. Sobald die Zahnversiegelung hart geworden ist, wird sie zu einer harten Kunststoffbeschichtung, und Sie können auf dem Zahn wieder kauen.