Acht häufige Mundinfektionen

Acht häufige Mundinfektionen

Bakterien im Mundraum können bei Kindern und Erwachsenen Virusinfektionen, Zahnfäule, Zahnfleischerkrankungen und andere häufige Mundinfektionen verursachen. Einige dieser Infektionen sind mit guter Mundhygiene vermeidbar und viele halten nur wenige Tage an - vor allem solche, die in der Kindheit üblich sind. Andere, fortgeschrittenere Zahnerkrankungen können jedoch länger andauern.

1. Zahnkaries

Zahnkaries ist die Hauptursache von Zahnfäule und eine der häufigsten Infektionen des Mundraums. Laut Dr. Anja Treuner und Prof. Dr. Christian H. Splieth vom Universitätsklinikum Greifswald ist Karies die häufigste Ursache für Gebisszerstörung im Vorschulalter und wird u.a. durch das Bakterium "Streptococcus mutans" ausgelöst.

2. Gingivitis

Eine Vielzahl von Bakterien verursacht Gingivitis - die medizinische Bezeichnung für Zahnfleischerkrankungen im Frühstadium. Wenn sich diese Bakterien in den Zahnfleischtaschen (am Zahnfleischrand und darunter) ansiedeln, produzieren sie Giftstoffe. Das Zahnfleisch reagiert auf diese Giftstoffe mit Entzündungen und Schwellungen, weshalb das Zahnfleisch beim Zähneputzen möglicherweise blutet. Etwa 50 bis 90 Prozent der Erwachsenen leiden an Gingivitis, die unbehandelt zu einer Parodontitis führt. Laut Deutscher Gesellschaft für Parodontologie (DG Paro) Deutscher Gesellschaft für Parodontologie (DG Paro) kann das Einatmen bestimmter Bakterienarten zu einer Lungenentzündung führen.

3. Parodontitis

Wenn eine Zahnfleischentzündung, die sich unterhalb des Zahnfleischrands ausbreitet, den Knochen und das Stützgewebe befällt, kann dies zu einer Parodontitis führen. Um die Zähne bilden sich Taschen, die Entzündungen und Knochenschwund begünstigen. Durch die Zerstörung des Knochens verlieren die Zähne an Halt. Acht bis zehn Prozent der Erwachsenen leiden an Parodontitis, welche die häufigste Ursache für Zahnverlust ist. Parodontitis kann auch zu einer Verschlimmerung chronischer Lungenerkrankungen führen, selbst wenn diese bereits vorhanden sind.

4. Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Kleinkinder und Kinder im Schulalter entwickeln laut Robert Koch-Institut (RKI) am häufigsten eine Hand-Fuß-Mund-Krankheit, die unter anderem durch das Virus "Coxsackie A16" ausgelöst wird. Nach ein bis zwei Tagen Halsschmerzen und Fieber können an den Wangeninnenseiten, auf der Zunge sowie an den Handflächen, den Fußsohlen und am Gesäß leicht schmerzhafte Blasen auftreten. Glücklicherweise verschwindet die Infektion oft innerhalb von drei Tagen.

5. Herpangina

Herpangina ist eine mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit verwandte Erkrankung und betrifft hauptsächlich Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren in den Sommer- und Herbstmonaten. Die ersten Symptome sind Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, gefolgt von kleinen Blasen im hinteren Gaumenbereich, die nach dem Aufplatzen große Geschwüre bilden. Eine Herpangina-Infektion dauert normalerweise drei bis fünf Tage.

6. Soor

Soor wird durch eine übermäßige Vermehrung des natürlich vorkommenden Hefepilzes "Candida albicans" verursacht. Zu möglichen Auslösern gehören medizinische Behandlungen wie Antibiotika, Chemotherapie oder Bestrahlung. Auf der Zunge, den Wangeninnenseiten, am Gaumen oder im Rachenraum bilden sich weiße, quarkartige Beläge. Soor ist die häufigste Infektion bei Menschen mit HIV.

7. Mundgeschwüre

Mundgeschwüre sind Wunden, die auf dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut entstehen. Zahnärzte nennen sie Aphten. Am häufigsten treten Aphten bei Kindern und Jugendlichen auf. Ihre Ursache ist jedoch nicht vollständig geklärt. Mögliche Auslöser sind Stress, Hormone, Immunschwächen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und damit verbundene Infektionen. Normalerweise heilen Aphten innerhalb von 10 bis 14 Tagen.

8. Lippenherpes

Lippenherpes ist eine Infektion, die durch das Herpes-simplex-Virus verursacht wird. Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung tragen 90 Prozent der Deutschen das Virus in sich. Die Erstinfektion kann grippeähnliche Symptome, Blasen und Geschwüre am Zahnfleisch und an der Zunge verursachen oder auch völlig symptomlos verlaufen. Sobald eine Infektion stattgefunden hat, verbleibt das Virus im Körper, bei guter Immunabwehr jedoch in einem inaktiven Stadium. Wiederkehrende Ausbrüche sind in der Regel milder und dauern von einer Woche bis zu 10 Tagen. Dabei bilden sich um den Mund herum mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die nach ein bis zwei Tagen platzen. Es entstehen Krusten, die keine weiteren Beschwerden verursachen.

Kinder im Alter von ein bis drei Jahren, die das Simplex-Virus in sich tragen, entwickeln manchmal eine Erkrankung, die als Herpes-Gingivostomatitis bezeichnet wird und sich durch geschwollenes Zahnfleisch und Bläschenbildung am Zahnfleisch äußert. Das Kind kann Fieber haben, sich gereizt fühlen und zu Müdigkeit neigen. Einige Tage nach dem Auftreten der Symptome am Zahnfleisch bilden sich normalerweise Geschwüre um den Mund herum. Nachdem diese Symptome verschwunden sind, bleibt das Virus im Körper. Stress, Traumata, Sonnenlicht und Kälte können dazu führen, dass die Symptome wieder aufflammen.

Putzen Sie mindestens zweimal täglich Ihre Zähne und verwenden Sie einmal täglich Zahnseide, um Karies, Zahnfleischerkrankungen und Parodontitis vorzubeugen. Mit dieser Routine können Sie Ihren Zahnarzt oder Arzt dabei unterstützen, andere Mundinfektionen bei Bedarf zu behandeln.


 

Dieser Artikel soll das Verständnis und das Wissen über allgemeine Mundgesundheit fördern. Er dient nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich immer an Ihren Zahnarzt oder einen anderen qualifizierten Arzt, wenn Sie Fragen zu einer Erkrankung oder Behandlung haben.

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