Die erste Zeit mit Ihrer Zahnspange: Was Sie erwartet

feste zahnspange erwachsene

Es wurde bereits ein Abdruck genommen und ein Termin festgelegt. Nun ist es Zeit für Ihre Zahnspange. Sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, muss Ihr Kieferorthopäde die Zahnspange an Ihren Zähnen anbringen. Für manche Patienten ist die Zahnspange ein mit Anspannung verbundenes Ereignis. Ganz gleich, ob Sie oder Ihr Kind auf dem Stuhl des Kieferorthopäden sitzen - wenn Sie wissen, was Sie erwartet und wie Sie sich auf Ihre Zahnspange vorbereiten können, kann sich diese Anspannung womöglich etwas legen.

Putzen Sie Ihre Zähne

Wenn Ihre Zähne nicht ausreichend sauber sind, bevor Sie eine Zahnspange bekommen, muss Ihr Kieferorthopäde sie mit einer Polierpaste reinigen, damit die Zahnspange auf der Zahnoberfläche festgeklebt werden kann. Wenn möglich, vereinbaren Sie einige Tage vor Erhalt Ihrer neuen Zahnspange einen Termin zur professionellen Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt, damit Ihre Zähne vor dem Termin plaquefrei sind. Wenn Sie Ihre Zähne anschließend kurz vorher noch gründlich mit Zahnpasta und Zahnseide reinigen und mit einer Mundspülung gurgeln, fühlen Sie sich beim Termin wohler und Ihr Kieferorthopäde kann schneller arbeiten.

Informieren Sie sich über verschiedene Zahnspangenarten

Bevor Ihr Kieferorthopäde mit seiner Arbeit beginnt, sorgen Sie dafür, dass Sie wissen, welche Art Zahnspange Sie erhalten und wie sich diese auf Ihre Zähne auswirkt. Laut Kassenzähnärztlicher Bundesvereinigung gibt es verschiedene Arten von Zahnspangen, die alle Drähte und elastische Bänder verwenden, um die Brackets miteinander zu verbinden und den Biss zu korrigieren:

  • Brackets, die an der Außenseite der Zähne befestigt sind, was für Kinder am typischsten ist.
  • Brackets, die an der Innenseite der Zähne befestigt sind.
  • Kunststoffschienen, mit deren Hilfe die Zähne in die richtige Position bewegt werden.
  • Zusätzlich können bei einigen Apparaturen noch fest zementierte Metallbänder zum Einsatz kommen.

Ihr Kieferorthopäde wird basierend auf Ihrer individuellen Bisssituation die passende Zahnspange auswählen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit denen Sie Ihre Zahnspange individuell gestalten können, z. B. durch die Auswahl durchsichtiger Bänder, damit sie weniger auffällt. Kinder haben dagegen die Wahl zwischen einer ganzen Palette an bunten, vielfältigen Farben.

Leichte Beschwerden am Anfang sind normal

Laut Dr. Raiman und Kollegen kann während der ersten 8-14 Tage nach Befestigen der Zahnspange Druckempfindlichkeit des Zahnhalteapparats auftreten. Diese verschwindet jedoch von selbst wieder. Sollten Druckstellen auftreten, gibt man etwas Wachs, das vom Kieferorthopäden am Beginn mitgegeben wurde, auf die entsprechenden Stellen, sodass diese die Wangen, Lippen oder die Zunge nicht mehr stören. Meist verschwinden die wunden Stellen von selbst nach einigen Tagen wieder. Versuchen Sie, in den ersten Tagen mit Zahnspange weiche Lebensmittel wie Suppe, Nudeln und Bananen zu essen und nehmen Sie bei Bedarf ein rezeptfreies Schmerzmittel ein. Wenn Sie jedoch ein hohes Maß an Beschwerden haben, die mit Ibuprofen oder Paracetamol nicht abnehmen, wenden Sie sich an Ihren Kieferorthopäden. Die Empfindlichkeit sollte nach einigen Tagen verschwinden.

Sprechen Sie mit Ihrem Kieferorthopäden über die richtige Pflege Ihrer Zahnspange. Sie müssen regelmäßig putzen und mit einer Munddusche die Speisereste ausspülen, die sich zwischen Zahnspange und Zähnen verfangen können. Sie sollten auch klebrige Lebensmittel vermeiden. Mit der richtigen Pflege und regelmäßigen Terminen beim Kieferorthopäden können Sie Ihre Zähne gesund halten, während Ihre Zahnspange an Ort und Stelle sitzt.

Die erste Zeit mit einer Zahnspange kann ein wenig nervenaufreibend sein, doch die Angst vor dem Unbekannten ist normalerweise das Schlimmste dabei. Wenn Sie viele Fragen stellen und sich auf Ihren Termin vorbereiten, fühlen Sie sich während der Behandlung viel sicherer. Die Belohnung, die am Ende auf Sie wartet: Ein perfektes Lächeln!

Dieser Artikel soll das Verständnis und das Wissen über allgemeine Mundgesundheit fördern. Er dient nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich immer an Ihren Zahnarzt oder einen anderen qualifizierten Arzt, wenn Sie Fragen zu einer Erkrankung oder Behandlung haben.

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Häufige Mundpflegeprobleme bei  JUGENDLICHEN

Mit zunehmendem Alter sehen sich Teenager bestimmten Zahnproblemen gegenüber, z. B. einer Zahnspange oder dem Ziehen der Weisheitszähne. Viele davon  sind ein ganz normaler Teil des Lebens, während es sich bei andere um proaktive Schritte durch den Zahnarzt handelt, um eine lebenslange Mundgesundheit sicherzustellen.

Über die folgenden Themen sollten Sie mit Ihrem Kind im Teenageralter sprechen:

  • Ursachen von Mundgeruch – Mundgeruch bzw. Halitosis entsteht in der Regel durch Bakterien auf der Zungenoberfläche. In vielen Fällen kann eine einfache Änderung der persönlichen Mundhygienegewohnheiten Abhilfe schaffen. Dazu gehören u. a. eine gewissenhafte Zahnpflege, das Bürsten der Zunge und regelmäßige Zahnarztbesuche.
  •  Tabakkonsum – Tabakprodukte enthalten Gifte, die verschiedene Krebsarten, Zahnfleischerkrankungen, Mundgeruch und Zahnverfärbungen verursachen und den Geruchssinn stören können. Je eher mit dem Rauchen aufgehört wird, desto einfacher und gesünder ist es.
  • Mundpiercings – Mundpiercings können Zunge, Lippen, Wangen und Gaumenzäpfchen schädigen. Es kann zu Problemen durch verschluckten/eingeatmeten Schmuck, Sprachstörungen, beschädigten Zähnen und Zahnfleischrückgang kommen.