

Jetzt also doch! Ich habe es geahnt – Spuren, deutlich sichtbar - ach was, Spuren! Es handelt sich um kleine bis mittelgroße Röllchen, dort, wo einst eine knackige Hüfte war, haben sich kleine Kissen angesiedelt, am Bauch, der noch vor den Feiertagen das Attribut "straff" verdient hätte, mäandern nun diverse Polster träge dahin. Und sie machen nichts als Probleme: Der perfekte Sitz der todschicken Skihose vom letzten Jahr, die Figur umschmeichelnde Passform – Futsch !
Steht man aktuell vor dem Zeitschriftenregal, dann haben alle Magazine zur Zeit ein Topthema – Diäten. Es tröstet mich ein wenig, dass offensichtlich viele Männer und Frauen mit ihren "Skihosen" zu kämpfen haben. Und darum will ich es jetzt auch genau wissen. Ich trete todesmutig meiner Waage gegenüber, atme tief durch, schliesse die Augen und stelle mich mental auf einen Schock ein - statt meiner gefühlten zwei Kilo zeigt mir dieses kleine Mistding doch glatt sieben Pfund aus.
Ich spiele kurz mit dem Gedanken, ob die Waage wohl defekt ist.
Also: Ran an den Speck. Vier Wochen, vier Kilo – klare Rechnung. Aber wie? Die angeblich todsicheren und höchst komplizierten Wunderdiät-Methoden, Geheimtipps der Stars, Wunderdrinks usw. machen mich so konfus, dass mein Körper anfängt nach Nervennahrung zu rufen – in Form von Schokolade.
Zunächst die Grundregeln: Obst und Gemüse kommen auf den Tisch, die Wasserflasche steht ständig parat. Und viel Bewegung. In den nächsten Tagen lasse ich den Fahrstuhl zum Büro Fahrstuhl sein und nehme die Treppe. Und anstatt des Coffee-to-go gibt es spaßfreien, aber dafür ungesüssten Kräutertee. Aber: Es wirkt! Zumindest zu Beginn. Gäbe es da nicht den einen oder anderen Anruf. Denn kaum habe ich auf die Weise stolz die ersten beiden Pfunde verloren: Mädelsabend – Käsefondue! Seufz – wer würde da nicht schwach werden. Zum Glück! Denn auf diese lustigen Abende will ich einfach nicht verzichten.
Jede meiner Freundinnen hatte bei diesem Treffen eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die von diesem ganz speziellen Moment Anfang des Jahres handelt, an denen uns schlagartig klar wird, dass jetzt Zeit zum Diäthalten ist. Besonders beliebt: die Umkleidekabine. Oder die Partyeinladung, zu der das Lieblingskleid vom letzten Jahr getragen werden sollte. Und so weiter und so fort...
Wir beschliessen eine neue Strategie! Ganz einfach: Wir helfen uns gegenseitig. Mit Rezepttipps, telefonischen Ermutigungen und gemeinsamem Joggen. Und zwischendurch schlagen wir lachend so richtig über die Stränge. Die Methode funktioniert, wenn auch meine Gleichung zeitlich nicht aufgeht. Für den Skiurlaub gibt's dann doch eine neue Hose, schließlich ist Schlussverkauf. Wenn schon keine halbe Portion, dann immerhin halber Preis!
Auf diese Weise halten sich Verzicht und Belohnung die Waage, was sich positiv auf die Motivation durchschlägt, denn "geteiltes Leid ist halbes Leid" – auch beim Thema Diät.