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Was ist eine Zahnfleischerkrankung?

Bei den häufigsten Erkrankungen des Zahnfleisches handelt es sich um eine Entzündung, die sich entweder auf das Zahnfleisch beschränkt (Gingivitis) oder, die sich auf den Kieferknochen und das Stützgewebe, das die Zähne umgibt, ausweiten kann (Parodontitis). Beide Formen werden durch Bakterien der Plaque ausgelöst, einen klebrigen, lebendigen Zahnbelag aus Bakterien, der sich kontinuierlich auf den Zähnen bildet. Wird Plaque nicht täglich durch gründliches Putzen der Zähne und Verwendung von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten entfernt, kann die Plaque sehr dick werden. Die Bakterien infizieren nicht nur Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch, sondern möglicherweise auch das Gewebe des Zahnhalteapparates (den Kieferknochen und das Bindegewebe), in dem die Zähne verankert sind. Das kann dazu führen, dass die Zähne sich lockern, ausfallen können oder vom Zahnarzt gezogen werden müssen.

Wie unterscheiden sich die beiden Formen der Entzündungen:

  • Gingivitis: Hier handelt es sich um das frühe Stadium einer Zahnfleischerkrankung. Auslöser sind vor allem gram-negative Bakterien in der Plaque, die ohne Sauerstoff auskommen. Wird die Plaque zwei oder drei Tage nicht ausreichend entfernt, haben diese Bakterien einen Wachstumsvorteil und produzieren Toxine (Giftstoffe), die das Gewebe des Zahnfleisches angreifen und so zu einer Zahnfleischentzündung führen können. In dieser Phase kann das Zahnfleisch während des Zähneputzens und Reinigens der Zahnzwischenräume mit Zahnseide schon bluten. In diesem frühen Stadium einer Zahnfleischerkrankung kann der Schaden noch völlig behoben werden und zwar durch gründliche Entfernung der Plaque und regelmäßige gute Mundhygiene. Schreitet die Entzündung in tiefere Schichten des Zahnhalteapparates vor und sind der Knochen und das Bindegewebe, die den Zahn in seiner Position halten, betroffen, hat sich die Entzündung zu einer Parodontitis entwickelt.
  • Parodontitis: In diesem Stadium sind der den Zahn stützende Knochen und das Bindegewebe unwiederbringlich (irreversibel) geschädigt. Zwischen Zahnfleisch und Zahn- bzw. Wurzeloberfläche bilden sich Zahnfleischtaschen, die zwischen 4 bis 12 mm tief sein können und in die Bakterien ungestört weiter vordringen können. Eine gute parodontale Diagnostik ist für die nächsten Schritte entscheidend – z.B. durch feststellen des Strukturverlustes mit Hilfe einer Parodontalsonde, durch die die Tiefe der schon entstandenen Zahnfleischtaschen bestimmt wird. Die richtige zahnärztliche Behandlung und eine verbesserte Mundhygiene zu Hause helfen üblicherweise, die Entzündung einzudämmen und weiteren Schaden zu vermeiden.
  • Wenn die Zähne nicht eine wirkungsvolle Behandlung erfahren, wird der Kieferknochen schrittweise zerstört und aufgelöst, die Zähne fangen an zu wandern, sie wackeln und können ausfallen bzw. müssen möglicherweise gezogen werden.

Woran erkenne ich, ob ich an einer Zahnfleischerkrankung leide?
Eine Gingivitis kann in jedem Alter auftreten, eine Parodontitis ist jedoch häufiger bei Erwachsenen ab 35 Jahren. Bevölkerungsweite Studien deuten darauf hin, dass die Erkrankungshäufigkeit für eine Parodontitis in der Bevölkerung in Deutschland ab 35 Jahren, bei mehr als 75% liegt. Schwere Formen der Parodontitis, die dringend behandlungsbedürftig sind, treten bei ca. 8 Millionen Erwachsenen in Deutschland auf - das ist etwa 10% der Gesamtbevölkerung.1 Wird eine Zahnfleischentzündung in einem frühen Stadium diagnostiziert, können diese ohne bleibenden Schaden geheilt werden. Suchen Sie Ihren Zahnarzt auf, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:

  • Das Zahnfleisch ist rot, geschwollen oder empfindlich.
  • Das Zahnfleisch blutet während des Putzens oder Reinigens der Zähne mit Zahnseide.
  • Das Zahnfleisch ist gegenüber dem Zahn verschieblich.

Ab den folgenden Symptomen ist wohl mit einer Parodontitis zu rechnen, bei der sich zwar die Entzündung wieder beheben lässt, die bereits entstandenen Schäden an den Zahnstützgeweben allerdings nicht wieder rückgängig gemacht werden können:

  • Die Zähne wirken länger, weil sich das Zahnfleisch zurückgezogen hat.
  • Die Position der Zähne im Kiefer hat sich verschoben.
  • Es tritt Eiter aus den Zwischenräumen Ihrer Zähne und Ihrem Zahnfleisch.
  • Dauerhaft schlechter Atem oder ein unangenehmer Geschmack im Mund.

Wie wird eine Zahnfleischerkrankung behandelt?

  • Die frühen Stadien einer Gingivitis können oft durch verbesserte und richtige Mundhygiene und das Verwenden von Hilfsmitteln zu Reinigung der Zahnzwischenräume (z.B. Zahnseide) geheilt werden. Die richtige Mundpflege verhindert, dass die Plaque zu dick wird. Eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung ist die sinnvollste Ergänzung hierzu und stellt die einzige Möglichkeit dar, alle weichen und harten Zahnbeläge vollständig oberhalb des Zahnfleischrandes zu entfernen.
  • Im Falle einer Parodontitis reicht eine Reinigung der Zähne oberhalb des Zahnfleischsaumes nicht mehr aus, da hier tiefe Zahnfleischtaschen entstanden sind. Hier muss eine Parodontitis- Therapie erfolgen, bei der auch die Wurzeloberflächen von allen weichen und harten Zahnbelägen vollständig befreit (Scaling) und geglättet werden müssen. Diese Behandlung erfolgt am besten durch eine Dentalhygienikerin und einen auf Zahnfleischerkrankungen spezialisierten Zahnarzt (Parodontologen).

Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen können frühe Stadien einer Zahnfleischerkrankung behandelt werden, bevor sich aus ihr ein ernsteres Leiden entwickelt.

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Gingivitis

Das Zahnfleisch ist leicht entzündet und kann rot oder geschwollen sein und möglicherweise während des Zähneputzens bluten.

Periodontis

Das Zahnfleisch beginnt sich von den Zähnen zu lösen und zurückzugehen. Dadurch kann Plaque bis zu den Wurzeln, dem Bindegewebe und den Knochen gelangen.

	AdvancedPeriodontis

Fortgeschrittene Parodontitis, stützende Fasern und Knochen werden zerstört. Zähne können locker werden .

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1 Deutsche Mundgesundheitsstudie IV, IDZ, 2006

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